Bauhaus Design: Die ideale Verschmelzung von Ästhetik, Funktionalität und hohem Gebrauchswert führte immer wieder zu Möbeln, die auch international zu Designklassikern wurden.
Technik & Design
Bauhaus-Design neu aufgelegt
Die Ursprünge des formschönen Bauhaus-Designs reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Aber auch heute noch sprechen Möbel und Gebäude die Formensprache des schnörkellosen, klaren und kubischen Designs, das aus gutem Grund gerade wieder schwer im Kommen ist.
Die Entstehung des Bauhaus-Designs
Um international bestehen zu können, wurde im 19. Jahrhundert neben der wirtschaftlichen Fertigung auch die Differenzierung der Produkte durch formschönes und gleichzeitig funktionales Design erforderlich. Bis heute prägen insbesondere die Einflüsse aus dem Bauhaus-Design ab 1919 und die Einflüsse der internationalen Moderne die Gestaltsprache des zeitgenössischen Möbeldesigns. Klar, gerade, pur, eckig und funktionsorientiert ist die Sprache, die das Bauhaus spricht. Opulenz, Dekadenz und vordergründige Überfrachtung sind hier fehl am Platze. Die neue Sachlichkeit, die aus dem Bauhaus hervorgeht, setzt auch nach rund 80 Jahren wieder auf eine Wohnkultur des reduzierten Stils. Gemeinsam mit technischen Innovationen und neuen Verarbeitungsverfahren bildet die schnörkellose Sachlichkeit den Mittelpunkt zeitgenössischer Architektur.
Neue Interpretationen und Spielwiesen der Designer
Ob es um grifflose Küchenschubladen oder Küchenschränke geht, die sich auf sanftes Antippen öffnen, um Touchscreens oder Click-Systeme für den Parkettboden, die eine spielend leichte Verlegung ermöglichen – im digitalen Zeitalter verschmelzen Tradition und Moderne zu einer Synthese, die neben schönem Design auch zweckgerechte Raffinessen der neuen Generation mit sich bringt. In der Architektur sind es nüchterne Optik, gerade Linien, glatte Flächen und funktionale Grundrisse, die wieder stark im Kommen sind und den Bauhaus-Stil neu interpretieren. Kubische Baukörper, die durch klare Linien beruhigen und Geborgenheit vermitteln, Raum zur Individuellen Entfaltung bieten und gleichzeitig alle Wohnwünsche erfüllen, gibt es auch immer häufiger als Fertighaus-Variante. Die Neubauten genügen, im Gegensatz zu den Gebäuden von 1920, Dank neuer Technik allen Anforderungen an die moderne Energieeffizienz.
Moderne Möbelklassiker im Bauhaus-Stil
Loungechair (1956): Das amerikanische Ehepaar Charles und Ray Eames zählt zu den einflussreichsten Möbeldesignern des 20. Jahrhunderts. Für im Krieg verwundete Soldaten entwickelte der Designer Charles Eames zunächst verleimte Schichtholz-Schienen. Diese Technik des Verbiegens von Schichtholz unter Dampf setzte er neben weiteren Möbelentwürfen auch 1956 für die Gestaltung des Lounge Chairs ein. Der Möbelklassiker gilt als moderne Interpretation des Clubsessels und ist ab 1.599 Euro zu haben. Einkaufstipp: www.classic-design24.com
Panton Chair (1959-60): Der mit dem Namen des Architekten und Designer verbundene Panton Chair, verhalf Verner Panton (1926-1998) zum internationalen Durchbruch. Der Däne, der künstliche Materialien in seinen Entwürfen bevorzugte, experimentierte zu Beginn seiner Karriere mit unter Dampfdruck gebogenem Sperrholz. Dieses Prinzip wandte er schließlich auch auf das Material Kunststoff an. Der neuartige Kunststoff erlaubte dank seiner fehlenden Struktur nahezu vollkommene Freiheiten in der Form- und Farbgebung. Einkaufstipp: www.verner-panton.tagwerc.de
LC4 Liege (1929): Ein einzigartiger Klassiker des Bauhausstils, entworfen vom Architekten und Möbel-Designer Le Corbusier. Die schöne Liege besteht aus einem leder- oder fellbezogenem Stahlgestell und einer bequemen Nackenrolle im Kopfbereich. Le Corbusier wurde als Architekt auch mit dem Interieur der erbauten Wohngebäude beauftragt und dafür bekannt, seine „Gedichte aus Mauern“ durch passende Möbel zu perfektionieren. Die LC4 Liege wurde dabei zu einem Klassiker der Wohnkultur und wird immer wieder neu aufgelegt. Einkaufstipp: www.smow.de
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Tecta D42 (1927): Mies van der Rohe beschäftigte sich seit 1905 mit Möbelentwürfen und wurde nach seiner Dienstzeit im ersten Weltkrieg 1930 von Walter Gropius an das Bauhaus Dessau berufen, welches er später als Leiter führte. Neben zahlreichen Wolkenkratzern entwarf er freischwingende Stahlrohrmöbel, die bis heute als Bauhaus-Klassiker der ersten Stunde gelten. Der nahtlose Freischwinger Tecta D42 ist ohne Armlehnen in neuaufgelegter Fassung ab 798 Euro erhältlich. Einkaufstipp: www.einrichten-design.de
Wassily Sessel (1925): Durch die Funktionsweise des Fahrrads wurde Marcel Breuer zu diesem heute noch klassischen Bauhaus-Stuhl inspiriert. Die avantgardistische Form des Stahlrohres war es, die Breuer zu diesem Klassiker inspirierte. Der sogenannte „Wassily Sessel“ macht den Zeitaufwand verständlich, den Breuer zum Verbiegen der Stahlrohre verwendete. Einkaufstipp: www.smow.de
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