IFA-Aussteller setzen bei Haushaltsgeräten auf mehr Intelligenz und Effizienz.
Technik & Design
Moderne Haushaltsgeräte: Schöne neue vernetzte Welt
IFA-Aussteller setzen bei Haushaltsgeräten auf mehr Intelligenz und Effizienz
Die Technik-Branche sucht nach neuen Wegen. Wenn die Superlativen noch flacher, noch größer beziehungsweise noch kleiner allein nicht mehr reichen, müssen andere her. Zum Beispiel intelligenter, sparsamer, komfortabler. Drei Attribute, die bei Herstellern hoch im Kurs stehen. Wie auch ihr Bestreben, die Geräte weiter zusammenwachsen zu lassen: den DVD-Player mit dem Backofen, den Herd mit dem Internet. Das vernetzte Haus – auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) tauchte die Vision wieder auf.
Im Ausstellungsbereich „homeAppliances“ wurde sie Wirklichkeit. Hier gab es einen Vorgeschmack auf die neue Version des digitalen Haushalts: auf Waschmaschinen, die erst waschen, wenn der Strom billig ist; auf Kühlschränke, die die Kältezufuhr danach ausrichten, wann und wie oft die Tür geöffnet wird; auf Ceranfelder, auf denen sich wie am Computer ein Browser-Fenster öffnet, um dem Hobbykoch neue Rezepte vorzuschlagen. Und auf Fernbedienungen, die das Zusammenspiel aller Geräte managen – vom Sofa aus.
Bei Haushaltsgerätehersteller Miele heißt das Netzhaus entsprechend „Miele@home“. Dahinter verbirgt sich ein System, mit dem sich Küchen- und Waschküchen-Technik über eine zentrale Kontrolleinheit steuern lassen. Die Variante von Metz trägt den Namen „mecaHome+“ und ermöglicht, die Temperatur im Weinkeller, das Treiben im Kinderzimmer und sogar den Öffnungswinkel der Fenster stets im Blick zu haben. Die Schaltzentrale ist der HD-Fernseher – der Mittelpunkt des digitalen Eigenheims.
Bei dem pausiert zwar die Rekordjagd nach immer größeren Bildmaßen, dafür brechen die TV-Hersteller in eine neue Dimension auf. 3-D hat bei ihnen Einzug gehalten, wenn auch nur in Form von Prototypen, vor denen sich die Familie mit Spezialbrille auf der Nase versammeln muss. Schärfer geht’s dagegen auch ohne Sehhilfe. Das versprechen gleich diverse Elektronik-Unternehmen und setzen auf neue LED-Technologie. Die Panels lassen sich partiell dimmen, was den Kontrast erhöhen und den Energieverbrauch senken soll.
Und weil sich mit Ressourcen schonenden Argumenten der Kunde gewinnen und somit Geld verdienen lässt, setzt nicht nur die Unterhaltungs-, sondern auch die Haushaltsgerätebranche aufs Spar-Pferd. Und zwar nicht nur beim Strom. „Eco“-Programme – beim Trockner wie bei der Waschmaschine – versuchen neue Maßstäbe zu setzen. Manchmal mit verblüffenden Ergebnissen. Die aktuelle Generation der Geschirrspüler beispielsweise halbiert beinahe den Wasserverbrauch. Waren zwölf Liter schon gut, sind es jetzt sieben Liter.
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Dass auch XXL-Geräte keinen großen Stromhunger haben müssen, demonstrieren gleich mehrere Anbieter von Kühlschränken. Wahre Giganten mit einem Nutzinhalt von 600 Litern verbrauchen dabei weniger Energie als Versionen mit herkömmlichen Maßen – ohne dabei auf Features wie einen Icemaker zu verzichten. Die Geräte schaffen nicht bloß den Sprung in die Energieeffizienzklasse A. Bei ihnen steht noch ein Plus hinterm Buchstaben. Demnach benötigen sie noch einmal 25 Prozent weniger Strom als A-Klasse-Modelle.
Um den Verbrauch noch weiter zu drosseln, setzen einige Hersteller auf Hybrid-Modelle mit Lithium-Ionen-Akku. Was wie moderne Autotechnik klingt, steckt dabei unter der Haube eines Staubsaugers. Ohne Saft aus der Steckdose kommt der zwar auch nicht aus, dafür aber –wenn es sein muss – ohne Kabel. Der Anbieter spricht nicht nur von einer deutlichen Energie-Ersparnis gegenüber Otto-Normal-Saugern, sondern auch von mehr Bedienkomfort beim Saubermachen von schwer erreichbaren Stellen im Haus.
Doch es geht noch bequemer. Etwa mit einem Sauger, der halb Roboter ist – und sowohl auf Kabel als auch auf den Menschen verzichten kann. Der Vollautomat verleibt sich vornehmlich Tierhaare, Katzenstreu und Trockenfutterreste ein. Und weil intelligente Geräte gefragt sind, stellt sich der Kasten auf Rollen selbstständig auf den jeweiligen Bodenbelag um. Bis zu sieben Reinigungszeiten lassen sich nach Herstellerangaben pro Woche programmieren. Dafür allerdings braucht es noch einen denkenden Zweibeiner.
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