Wohnküche

 

Die Wohnküche – das Herz einer Wohnung. Hier wird nicht nur gekocht, sondern auch gegessen und gemütlich geplaudert.

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Wohnküche: Voll im Trend

Wer Partys liebt, kennt das: Statt im Wohnzimmer tummeln sich die Gäste in der Küche, auch wenn die noch so klein ist. Eben in den Maßen, wie sie sich Margarete Schütte-Lihotzky gedacht hatte, als sie 1926 den Vorläufer der modernen Einbauküche schuf. Rational sollte der Arbeitsbereich für die Hausfrau sein. Doch Enge war gestern, heute darf die Küche gerne wieder groß sein – und möglichst offen. Freie Sicht auf alles und jeden ist angesagt. Die Wohnküche - in Konzept mit Vor-, aber auch mit Nachteilen.

Die Wohnküche für mehr Miteinander
Hans-Joachim Adler meint zu wissen, warum Schütte-Lihotzkys Entwurf der „Frankfurter Küche“ immer weniger trendy ist. „Heute ist es üblich, dass nach der Arbeit die Lebenspartner und Familienmitglieder ihre Mahlzeiten gemeinsam kochen.“ Für den Geschäftsführer der Mannheimer Arbeitsgemeinschaft „Die moderne Küche“ ist der Raum, der bisher Herd und Ofen vorbehalten war, mittlerweile zum Kommunikationszentrum geworden. „Der Trend bei Neubauten geht eindeutig zur geräumigen Wohnküche“, sagt er. Sie stelle einen architektonischen Mittelpunkt in den vier Wänden dar.




Wohnküche: Die Kombination machts
Den Trend zur Wohnküche beobachtet auch Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef schon seit längerem. Besonders beliebt sind nach ihren Worten offene Räume, bei denen Küche, Ess- und Wohnzimmer verschmelzen. „In solchen kombinierten Zimmern trifft man sich mit Gästen und Freunden, um gemeinsam zu kochen und zu plaudern“, weiß Geismann. Die Modelle vieler Fertighaus-Herstellen sähen inzwischen eine offene Wohnküche als Standard vor. Einen abgetrennten Raum fürs Kochen bekämen die Kunden dagegen nur noch auf Sonderwunsch.

Richtige Planung ist das A und O
Wer nach einer Wohnküche beziehungsweise einem Wohnzimmer in der Küche verlangt, hat zwar längst nicht mehr automatisch den Geruch aus Töpfen und Pfannen in der Nase, wenn er es sich ein paar Meter weiter auf der Couch bequem macht. Doch haben die dafür notwendigen Abzugshauben und Belüftungssysteme ihren Preis. Und sie machen ein ausgefeilteres Planen als bei geschlossenen Räumen erforderlich. Ohne die Hilfe eines Architekten geht es meistens nicht. Das meint jedenfalls Doris Hasselmann, Autorin bei Stiftung Warentest.

Wohnküche mit Bereichsteilung
Ist der Entwurf schlecht, liege hinterher nichts griffbereit und sei jeder Weg lang – was Schütte-Lihotzky mit ihrem Vorentwurf für die Einbauküche zu vermeiden trachtete. Auch wenn die Küche heute immer häufiger offen gestaltet sein soll, rät Hasselmann, den Arbeits- vom Essbereich wenigstens optisch zu trennen. „Das schafft eine angenehme Atmosphäre bei den Mahlzeiten.“ Und das sorgt zumindest für ein wenig Privatsphäre. Denn das würden viele Kunden vergessen, die mit einer Wohnküche liebäugeln: „Man ist nie allein, immer guckt einem jemand über die Schulter.“

Wohnküche: Der Grundriss entscheidet
Ob eine Wohnküche überhaupt geplant werden kann, hängt in Altbauten vom Raumangebot ab. „Der Grundriss entscheidet über die Art der Küche“, sagt Lucas Neumann vom Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie in Herford. Für eine Wohnküche sind nach seiner Rechnung 16 Quadratmeter nötig – „mindestens“. Bei weniger Platz sei eine Wohnküche nicht empfehlenswert. Teuer sei das Unterfangen, mehrere einzelne Wohnbereiche zusammenzulegen, noch zudem. In der Regel müssten alle Anschlüsse für Strom, Gas und Wasser verändert werden. In älteren Gebäuden sei das oftmals mit einer kompletten Modernisierung der Wohnung verbunden.

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