Wellness-Oase: Das Wohn-Bad ist angesagt.
Die Küche hat’s vorgemacht: Statt abgeschlossener Arbeitsbereich ist sie heute Wohnraum – offen integriert ins moderne Raumkonzept. Ein Trend, den allmählich auch das Bad erfasst. Immer mehr Hauseigentümer verpassen der schnöden Nasszelle eine erfrischende Schönheitskur. Die Grenzen zwischen Sanitärbereich und Schlafzimmer beginnen dabei zu verwischen. Das „Wohn-Bad“ ist angesagt. Eines, das nicht nur Hygiene bietet, sondern zugleich Entspannung und Wellness miteinander kombiniert.
Das deutsche Bad: Es gibt viel zu tun
Jens Wischmann weiß, warum: „Der Aspekt der Gesundheit rückt bei vielen Menschen zusehends in den Vordergrund.“ Wer hart arbeitet, brauche eben einen Ort der Erholung, meint der Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Doch nicht nur bei den Bewohnern macht er ein hohes Erneuerungspotenzial aus. Nach seiner Schätzung sind bundesweit vier Millionen Bäder älter als 15 Jahre, noch einmal so viele älter als 25 Jahre. „Da gibt es noch viel zu tun.“
Gute Bad-Planung ist das A & O
Dass Bad und Schlafzimmer enger zusammenrücken, ist für Wischmann kaum verwunderlich. „Sie bilden ein perfektes Paar.“ Beide stünden nun mal für Entspannung. Darum sollten auch beide räumlich kombiniert werden. Im Idealfall bleibe dabei der WC-Bereich außen vor. Waschtisch, Dusche und Badewanne gehörten aber auf jeden Fall ins offene Bad – allerdings nicht mehr an der Wand wie an einer Perlenschnur aufgereiht, wie der VDS-Geschäftsführer meint. Soll das Bad wohnlich wirken, müsse der gesamte Raum viel stärker in die Planungen mit einbezogen werden. Wenn genug Platz da ist, könnten frei stehende Wannen einem „Otto-Normalbad“ schnell einen Hauch von Luxus geben. Außerdem rücke so in den Mittelpunkt, was im Bad wirklich wichtig ist: das Möbel, das in erster Linie für Wohlfühlen und Relaxen steht. „Damit die Wanne gut zur Geltung kommt, sollte der Raum mindestens zehn Quadratmeter groß sein“, sagt Wischmann.
Kleines Bad mit großer Wirkung
Wem weniger Bad-Fläche zur Verfügung steht, braucht auf den Wohn- und Wellness-Faktor nicht zu verzichten. „Mittlerweile gibt es viele Sanitärprodukte, die auch aus einem kleinen Bad eine Oase der Entspannung machen“, weiß der VDS-Chef. Zum Beispiel Einbauwannen, die auf Knopfdruck das Wasser sprudeln lassen. Ein Bad-Möbel, das Wischmann auf dem Vormarsch sieht. Zum einen, weil es mittlerweile günstiger geworden sei. Zum anderen, weil der Kunde inzwischen mehr Komfort suche.
Das neue Bad zischt, sprudelt und entspannt
Manche Whirlpools können so sogar noch mehr. Ihre Düsen lassen sich so ausrichten, dass einzelne Körperpartien gezielt umsprudelt werden. Die Bad-Hersteller versprechen dabei eine Wirkung, die der Reflexzonen-Massage gleichkommt. Nicht bloß für eine muskuläre, auch für eine vegetative Entspannung werde gesorgt. Die technischen Raffinessen gehen dabei so weit, dass Düsen rotieren, sich Wasser heizen lässt und Scheinwerfer für ein Farbenspiel während des Erholungsbades sorgen.
Dusch dich fit
Doch nicht nur Wannen lassen es im Bad sprudeln und zischen. Auch die Dusche macht längst nicht mehr nur sauber. „Multifunktionssäulen bieten viele Optionen, um morgens erfrischt und fit in den Alltag zu starten“, weiß Wischmann. Bei manschen Modellen sprühen aus tellergroßen Kopfbrausen stimulierende Wasserkaskaden, schießen aus schwenkbaren Seitenöffnungen massierende Fontänen und strömt Dampf in die Duschkabine. „Das Programm, um den Kreislauf und den Stoffwechsel auf Touren zu bringen, wird immer umfangreicher.“ Die Vorteile der Fitness-Säulen liegen für den VDS-Geschäftsführer auf der Hand. „Sie brauchen wenig Platz und lassen sich auch nachträglich ohne großen Aufwand einbauen.“ In der Regel könne sogar auf eine neue Duschkabine verzichtet werden. Das komme denen entgegen, die zur Miete wohnen. Wischmann: „Wer kein eigenes Haus besitzt, kann trotzdem das Bad zur Wellness-Zone machen.“
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